Historie

1328
Nachdem die Augustiner-Eremiten 1294 auf dem Haberfeld vor den Toren Münchens ein Kloster gegründet hatten, wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts auch eine Brauerei aufgebaut, die für die Ökonomie der Mönche unerlässlich war. 1328 wurde die Brauerei erstmals namentlich genannt.
1494
Bis zur Fertigstellung des Münchner Domes im Jahr 1494 war die Hallenkirche des Augustinerklosters der größte Sakralbau in München.
1589
Die Augustinermönche belieferten die Wittelsbacher Herzöge mit ihrem hoch geschätzten, starken Bier bis die Herzöge sich ab 1589 vom eigenen Brauhaus - dem neu gegründeten Hofbräuhaus - versorgen ließen.
1624
Die Augustinermönche erlangten besondere Popularität in München, als eine lebensgroße Wachs-Christusfigur, die von den Gläubigen verehrt wurde, ein Jahr nach ihrem tragischen Zerbrechen wieder unversehrt zum Vorschein gekommen war. Seither erfuhr die Figur besonderen Zulauf, weil sie als wundertätig galt. Sie wird heute noch im Advent in der Bürgersaalkirche ausgestellt.
1759
Die Münchner Augustinermönche zählten zu den ersten Mitgliedern der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
1803
Im Rahmen der Säkularisation mussten die Mönche das Kloster verlassen und es wurde aufgelöst. Nur die Klosterbrauerei wurde anfänglich unter staatlicher und später unter privater Führung weitergeführt. Die Klosterkirche wurde als Mauthalle, das Konventgebäude vom Justizministerium genutzt.
1817
Wegen Baufälligkeit der Räumlichkeiten wurde die Brauerei vom Klosterareal in die Neuhauser Straße verlegt.
1829
Anton und Therese Wagner, eine Brauerfamilie aus Altaching bei Freising, erwarben die Sudstätte. Seitdem ist die Brauerei eine bürgerliche Privatbrauerei in Familienbesitz.
1840
Zur Erweiterung der Brauerei an der Neuhauser Straße erwarb Anton Wagner einen Lagerkeller an der Rosenheimer Straße um 1840.
1844
Nach dem Tod von Anton Wagner führte seine Frau Therese die Brauerei weiter.
1852
1852 wurden erstmals Dampfmaschinen für die Produktion eingesetzt.
1857
Therese Wagner erwarb einen Lagerkeller an der Landsberger Straße. Auf dieses Gelände wurden später die gesamten Produktionsanlagen verlegt.
1858
Joseph Wagner (JW) übernahm nach dem Tod seiner Mutter Therese die Brauerei.
1862
Zur Erweiterung der Produktionsstätten wurde der Augustinerkeller an der Arnulfstraße als Lagerkeller erworben. In der Halle und im Garten gab es einen Bierausschank, wo die Münchner rauschende Feste feierten.
1867
Seit wann und in wie vielen Bierbuden Augustinerbier auf dem Oktoberfest ausgeschenkt wurde, ist nicht bekannt. Durch diese Abbildung einer Augustiner-Bierbude ist das Jahr 1867 nachgewiesen.
1880
Joseph Wagner war mit seiner Augustiner Brauerei Gründungsmitglied des Bayerischen Brauerbundes.
1883
Nach der Fertigstellung des Neubaus an der Landsberger Straße konnte der Brauereibetrieb umziehen.
1884
1884 wurde der erste Sud durchgeführt.
1886
In der Neuhauser Straße ging der Gaststättenbetrieb weiter.
1887
Erstmals wurde das Warenzeichen für die Brauerei eingetragen: „JW“, die Initialen von Josef Wagner, mit dem Abtsstab (Bischofsstab). Damit wurden von nun an die Fässer, Krüge und Fahrzeuge gekennzeichnet.
1896
Der bekannte Münchner Architekt Emanuel von Seidl baute die Gaststätte an der Neuhauser Straße in einen Münchner Bierpalast um.
1903
Erstmals war die Augustinerbrauerei mit einer großen Bierburg auf dem Oktoberfest vertreten.
1925
Einführung der Biersorte "Edelstoff"
1926
Die Bierburg wurde durch eine neue Festhalle mit Turm ersetzt. Mit dieser Architektur ist die Augustinerbrauerei bis heute auf dem Oktoberfest vertreten, 1949-2010 jedoch ohne Turm.
1945
Die Produktionsanlagen waren durch die Bombenangriffe auf München zu 60 Prozent zerstört.
1950
Einführung der Biersorte "Maximator"
1953
Einführung der Biersorte "Wiesn-Edelstoff", unser heutiges Oktoberfestbier
1963
Einführung der Biersorte "Pils"
1971
Das Sudhaus wurde erneuert und neue Sudpfannen aus Edelstahl eingebaut.
1986
Einführung der Biersorte "Weißbier"
1987
Seit 1987 ist die Augustiner Brauerei die einzige der sechs Münchner Brauereien auf dem Oktoberfest, die ihr Bier nur aus dem Holzfass zapft.
1996
Edith Haberland-Wagner, die letzte Verwandte mit dem Nachnamen Wagner und Haupteigentümerin der Brauerei, vermacht ihre Anteile der von ihr gegründeten Edith-Haberland-Wagner-Stiftung. Nun hält die Stiftung etwas über 50 Prozent der Augustiner Brauerei. Die Stiftung engagiert sich insbesondere in den Bereichen Jugend- und Denkmalschutz sowie bei der Kulturförderung.
2010
Zum 200-jährigen Oktoberfest-Jubiläum wurde der Turm nach historischem Vorbild wieder aufgebaut.
2012
Auszeichnung als „Münchner Ökoprofit-Betrieb“ für Umweltschutz und Nachhaltigkeit
2013
Augustinerbier wird mit der Eröffnung des Augustiner Klosterwirts wieder am Ort seines Ursprungs ausgeschenkt: im Münchner Augustinerkloster.